Olching kann helfen – Aufruf Helferkreises Asyl

Der Asylhelferkreis Olching weist auf die verheerenden Zustände in griechischen Flüchtlingslagern wie Moria hin. In einem Aufruf, der von Bürgermeister Magg, der Referentin der Stadt für Migration sowie der evangelischen und katholischen Kirchengemeinden unterstützt wird, wird um Solidarität mit den geflüchteten Menschen auf den griechischen Inseln gebeten.

Hier finden Sie den Aufruf im Wortlaut:

Olching kann helfen

 

Die Berichterstattung über die Verbreitung des Coronavirus überschattet alle anderen Meldungen von Krisen und Notständen. Die verheerende Brandkatastrophe in Moria auf der griechischen Insel Lesbos, wo über Nacht 13.000 Menschen, darunter viele Kinder und Jugendliche, obdachlos wurden, ist bereits in Vergessenheit geraten. Das Drama von Moria spielte sich bereits Jahre vor dieser Brandkatastrophe ab. Medizinischer Notstand, keine Schulbildung für Kinder, kein regelmäßiger Zugang zu Wasser sowie unerträgliche hygienische Bedingungen beschreiben sowohl die Situation in Moria vor dem Brand als auch die jetzige im provisorischen Ersatzlager Kara Tepe. Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) bezeichnete es des deswegen als „Katastrophe mit Ansage“.

Die Bundesrepublik hat sich bereit erklärt, bis zu 1.553 Menschen aus Griechenland im Wege einer humanitären Aktion aufzunehmen. Der Bund wird dem Freistaat Bayern aus diesem Kontingent 100 anerkannt schutzberechtigte Menschen zuteilen. Spontan haben viele Kommunen in Deutschland erklärt, Menschen von griechischen Inseln aufzunehmen, darunter mindestens 16 Kommunen in Bayern.

Auch die Menschen in Olching können ein Zeichen der Humanität setzen! Um die Aufnahme einer Familie oder einer Einzelperson aus einem griechischen Flüchtlingslager zu ermöglichen, sucht der Helferkreis Asyl Olching einen Vermieter, der Wohnraum zur Verfügung stellen kann. Der Helferkreis steht in Miet- und Behördenfragen gerne beratend zur Seite.

Denn Olching hat eine lange und gelebte Tradition in der Aufnahme von Flüchtlingen. 1950 zählte man in Olching 1.439 Heimatvertriebene bei 7.779 Einwohnern. Seit 2013 hat Olching insgesamt mehr als 1.000 Geflüchtete untergebracht und betreut. Darauf können die Menschen in Olching stolz sein! Zurzeit leben etwa 300 Geflüchtete in Olching. Es wäre ein weiteres Zeichen der Humanität, wenn es gelänge, einer Familie aus einem Flüchtlingslager in Griechenland in Olching Wohnraum zur Verfügung zu stellen.
Wir berufen uns auf Artikel 2 des Vertrages über die Europäische Union, „Die Werte, auf die sich die Union gründet, sind die Achtung der Menschenwürde, Freiheit, Demokratie, Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit und die Wahrung der Menschenrechte einschließlich der Rechte der Personen, die Minderheiten angehören“, wenn wir eine faire und humane deutsche und europäische Asylpolitik fordern. Die Aufnahme von Geflüchteten dient in diesen Zeiten nicht nur der Stabilität Europas, sondern ist auch ein Zeichen christlicher und sozialer Solidarität mit Menschen auf der Flucht vor Krieg, Hunger und Vertreibung sowie mit den Bürgerinnen und Bürgern an den Außengrenzen Europas. Diese Solidarität darf nicht bei der Zahl 1.553 enden!
Der Helferkreis Asyl Olching, unterstützt durch den Ersten Bürgermeister der Stadt, die Referentin des Stadtrats für Migration, Integration und Gleichstellung sowie die katholischen und evangelischen Gemeinden, ruft alle Olchingerinnen und Olchinger zur Solidarität mit den geflüchteten Menschen auf den griechischen Inseln auf, und bittet um Mitteilung wenn Wohnraum (Wohnung) zur Verfügung gestellt werden kann.
Vielen Dank! Helferkreis Asyl Olching

 

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